Gefahrenzone Familie
Die deutschen Jugendämter nehmen immer mehr Minderjährige in Obhut, um sie vor akuter Gefährdung zu schützen – in jedem vierten Fall auf den eigenen Wunsch des Kindes.
Allein im vergangenen Jahr wurden 33.700 Kinder und Jugendliche in einem Heim oder einer Pflegefamilie untergebracht, um sie vor Gewalt oder Verwahrlosung zu schützen. Das sind im Vergleich zu 2008 rund 1500 beziehungsweise 4,5 Prozent mehr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete. In etwa jedem vierten Fall wurden die Minderjährigen auf eigenen Wunsch aus ihrer Familie genommen.
Noch eine traurige Statistik hat das zuständige Bundesamt veröffentlicht: Selbsttötung gehört bei Jugendlichen zu den häufigsten Todesursachen. Laut Statistischem Bundesamt nahmen sich nach den jüngsten Zahlen (2008) 9451 Menschen das Leben, 603 waren zehn bis 24 Jahre jung, mehr als drei Viertel von ihnen männlich. Bei den Suizidversuchen gibt es lediglich Schätzungen. Michael Witte von der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) geht davon aus, dass es zehn Mal so viele Versuche gibt wie vollendete Selbstmorde. Das gelte vor allem für junge Menschen, bei denen der Anteil an Selbsttötungsversuchen besonders hoch sei.
Für Professor Lehmkuhl liegt einer der Gründe im gesellschaftlichen Versagen: “Der Druck von außen ist größer geworden. Die Familien, die Eltern sind nicht mehr so gut im Auffangen ihrer Kinder. Die soziale Unterstützung ist geringer geworden, und die Anforderungen steigen, auch in der Schule.”
Quelle: Süddeutsche
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Überlastung im ASD
Die Fachkräfte des ASD sind wichtig und sie werden überall gebraucht. Sie sind die Fachleute für jedwede Frage, die sich in Bezug auf Kinder und Jugendliche in prekären Situationen stellt. Für alle Nöte sollen sie Antworten bereithalten und mit allen, die ihre Expertise brauchen, sollen sie kooperieren.
Aber: Sie haben kaum Zeit, diese Antworten zu finden. Zeitmangel ist eine der am meisten beklagten Problemlagen des ASD. Ein Indiz hierfür ist die große Zahl von Überlastanzeigen, die im Rahmen einer Untersuchung des dji erhoben wurde. Die Personaldecke ist – so ein Jugendamtsleiter – immer kürzer als die Aufgaben.
Quelle: Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V.
Berufung von Georg Ehrmann, Vorsitzender der Deutschen Kinderhilfe, als Mitglied im Bundesjugendkuratorium
Am 13. Juli 2010 wurde RA Georg Ehrmann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe, als Mitglied im Bundesjugendkuratorium (BJK) berufen.
Das Bundesjugendkuratorium ist ein Sachverständigengremium der Bundesregierung, dem bis zu 15 Expertinnen und Experten aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft angehören. Die Mitglieder werden durch die Bundesministerin bzw. den Bundesminister für Familie, Senioren, Frauen und Jugend berufen. Das Bundesjugendkuratorium berät die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Kinder- und Jugendhilfe und in Querschnittsfragen der Kinder- und Jugendpolitik.
Quelle: Deutsche Kinderhilfe e.V. – Verbandspresse
Nach 18 Jahren Verzögerung: UN-Kinderrechtskonvention auch in Deutschland voll in Kraft
Mit rund 18-jähriger Verzögerung ist die UN-Kinderrechtskonvention am Donnerstag auch in Deutschland vollständig in Kraft gesetzt worden. Besonders Kinder und Jugendliche in Abschiebehaft können in Zukunft auf eine bessere Behandlung hoffen.
Quelle: Stern.de
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Schule in Berlin: Sie merken sich jedes Versprechen
Eine ungewöhnliche Berliner Bürgerinitiative mischt das Schulsystem auf
Wenn Claudia Zinke sich jetzt ganz weit weg wünschen würde, man könnte es ihr nicht einmal verübeln. Für einen Augenblick verzieht die SPD-Staatssekretärin für Bildung das Gesicht, dann hat sie sich wieder unter Kontrolle, vorn auf der Bühne im Hof einer Weddinger Moschee, und lächelt tapfer in Richtung der 500 Menschen aller Nationalitäten und Hautfarben, die sich vor ihr drängen. Wie sie da so steht und artig die Fragen beantwortet, sieht es ein bisschen so aus, als sei da ein Schulmädchen beim Direktor angetreten.
Und so ähnlich ist es ja auch: Der Souverän hat gerufen, und die Berufspolitikerin ist gefolgt. Der Souverän, das sind an diesem lauen Sommerabend mehrere Dutzend Berliner Vereine und Religionsgemeinschaften, die sich vor zwei Jahren zur Bürgerplattform Wedding/Moabit zusammengeschlossen haben. Getreu ihrem Motto »Wir sind da!« haben sie angefangen, die Berliner Problemregion aufzumischen.
Quelle: Zeit Online
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Leopoldplatz im Heute-Journal vom 15. 7. 2010
Kommentator: Herr Hilgers vom Deutschen Kinderschutzbund sprach gerade davon, dass nicht im teuren Berlin-Wannsee viele Kinder geboren werden, sondern im Wedding. Christhard Läpple schildert eine Geschichte genau von dort. Sie zeigt, wie engagierte Eltern und ihre Kinder im Stich gelassen werden, weil Behörden aus Geldmangel oder Erschöpfung erlauben, dass es in manchen Gebieten überhaupt kein Recht und keine Ordnung mehr gibt, aber Kinder, die dort aufwachsen müssen, weil sie kein anderes Zuhause haben. …… Was früher der Bahnhof Zoo war, ist seit Jahren der Leopoldplatz. …
Abspann: Gerade in Zeiten knapper Mittel wird viel über Prioritäten geredet. Kindern eine Umgebung zu schaffen, in denen sie eine Chance haben, sollte da wohl ganz oben stehen, oder weiß jemand was, was noch wichtiger wäre?
Rechtlos in Berlin-Wedding
Quelle: ZDF Heute-Journal
Franz-Josef Degenhardt – Spiel nicht mit den Schmuddelkindern
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