Montag News – KW 34
«Die stärkere Förderung benachteiligter Kinder ist ein gemeinsames Anliegen, aber die Diskussion darf jetzt nicht ausufern in alles, was wünschenswert ist.»
Ursula von der Leyen
„Aus Untersuchungen wissen wir, dass in solchen Familien häufig das Problem nicht Geldmangel ist, sondern ein Mangel an Anleitung, Bildung und sinnvoller Freizeitbeschäftigung.”
Kristina Schröder
“Bürokratisierung des Sozialstaates”
Mehrere SPD-Politiker und der Armutsforscher Butterwegge haben Kritik an Ministerin Von der Leyens Hartz-IV-Chipkarte geäußert. Butterwegge sprach von “Bürokratisierung des Sozialstaates”.
Unmittelbar vor dem Bund-Ländertreffen für eine bessere Förderung bedürftiger Kinder haben die Kritiker erneut ihre Skepsis gegenüber den Chipkarten-Plänen von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen geäußert. “Wir müssen zunächst miteinander klären, was die Kinder wirklich brauchen”, sagte SPD-Vizechefin Manuela Schwesig am Freitag in Berlin. “Ich finde, wir sollten nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen.” Schwesigs rheinland-pfälzische Amtskollegin Malu Dreyer, die Koordinatorin der SPD-geführten Länder ist, klagt in einem Brief an von der Leyen darüber, dass das Bundesministerium bisher nicht bereit gewesen sei, “den Ländern die Aufträge an das Statistische Bundesamt bekanntzugeben, die als Grundlage für eine Neubewertung der Hartz-IV-Regelsätze erteilt worden” seien.
Hinter dieser Klage steckt der Verdacht, dass von der Leyen den Arbeitsauftrag so formuliert hat, dass sich aus den gelieferten Daten eine möglichst geringe oder gar keine Erhöhung der derzeit geltenden Hartz-IV-Sätze ergibt.
Quelle: taz
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Von der Leyen fordert Beitrag der Reichen
Arbeitsministerin von der Leyen (CDU) fordert vermögende Bürger auf, sich für die Bildung bedürftiger Kinder zu engagieren. Neuköllns Bürgermeister Buschkowsky (SPD) unterstützt Leyens Chipkarten-Initiative.
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen hat eine nationale Kraftanstrengung für eine bessere Bildung von bedürftigen Kindern gefordert. „Ich lade Stiftungen, die private Wirtschaft aber auch vermögende Menschen in diesem Land ein, sich gemeinsam dieser Aufgabe zu stellen“, sagte die Politikerin dem Tagesspiegel am Sonntag. Beim Bemühen um die Zukunft benachteiligter Kinder könne der Staat „nicht alles schultern“, warnte von der Leyen. „Die Gesellschaft muss sich beteiligen. Sonst kriegen wir die Probleme nicht in den Griff.“
Quelle: Tagesspiegel
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Pflichtlektüre
Hintergrundgespräch mit Professor Reinhart Wolff zu Fehlern im Kinderschutz: „Eine neue ‚Sicherheitskultur’ mit managerialem Autoritarismus ist kein Beitrag zur
Qualitätsverbesserung“
August 2010
Professor Reinhart Wolff wurde in einem Hintergrundgespräch von Dr. Timo Müller (Die Kinderschutz-
Zentren) zum Thema „Fehler im Kinderschutz“ befragt. Der emeritierte Professor der Sozial- und Erziehungswissenschaftlen ist Leiter des Forschungs- und Entwicklungsprojekts des NZFH „Aus Fehlern lernen. Qualitätsmanagement im Kinderschutz“ und Sprecher des Kronberger Kreises für Qualitätsentwicklung.
Herr Wolff ist Vortragsreferent auf dem Fachkongress „Kinderschutzforum 2010“, das vom 8.-10. September 2010 in Düsseldorf stattfindet.
Quelle: Die Kinderschutz-Zentren
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… Ihr Herrn, die ihr uns lehrt, wie man brav leben
Und Sünd und Missetat vermeiden kann
Zuerst müßt ihr uns schon zu fressen geben
Dann könnt ihr reden: damit fängt es an.
Ihr, die ihr euren Wanst und unsere Bravheit liebt
Das Eine wisset ein für allemal:
Wie ihr es immer dreht und immer schiebt
Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.
Erst muß es möglich sein auch armen Leuten
Vom großen Brotlaib sich ihr Teil zu schneiden.
Bertolt Brecht – Ballade vom angenehmen Leben
Zöllner ist zuversichtlich
Bildungssenator verspricht 100 Prozent Unterricht – im Durchschnitt
Am Donnerstag noch hatte Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) auf die Befürchtung, zum Schulstart fehlten bis zu 400 Lehrer, mit der Antwort reagiert, auch er könne sich keine Lehrer backen. Auf der alljährlichen Pressekonferenz zum Start des neuen Schuljahres verkündete er indes, das Vorhaben, im Durchschnitt 100 Prozent Unterrichtsversorgung bieten zu können, werde erreicht.
Mitte der Woche hatte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Berlin (GEW) mitgeteilt, zum neuen Schuljahr fehlten allein 300 bis 400 Fachlehrer. Der Bildungssenator wies diese Zahlen mit der Begründung zurück, dass viele Schulen eine viel zu hohe Schülerzahl anmelden. Aufgrund von Doppelanmeldungen würden so rund zwei Prozent Schüler zu viel erwartet, etwa 5000 Schüler. Daher werde ein Lehrerbedarf errechnet, der weit über dem tatsächlichen liegt. Zum Schuljahr 2010/11 sind laut Bildungssenat 573 Neueinstellungen geplant, davon seien noch 80 Stellen im Besetzungsverfahren, sagte Zöllner.
Quelle: Neues Deutschland
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