Donnerstag News – KW 33
Gleichgerichtete Meinungsmache auch bei Kindern
Einer unserer Leser macht uns auf die Kinderseite der WAZ aufmerksam. Dort wird die zurzeit laufende Indoktrination zum angeblichen Boom in die Sprache von Kindern umgesetzt, einschließlich der entsprechenden Lobeshymnen auf den Bundeswirtschaftsminister Brüderle mit Foto. Siehe hier. NDS-Leser C.Sch. gibt auch einige Hinweise zum Umgang mit solchen Seiten. Achten Sie selbst auf ähnliche Vorgänge und machen Sie Eltern auf den Versuch, ihre Kinder zu manipulieren, aufmerksam. – Seine Mail beginnt mit seinen Erfahrungen mit den NachDenkSeiten und einigen freundlichen Worten zu unserer Arbeit. Den Dank geben wir an die vielen Hinweisgeber im Umfeld der NachDenkSeiten, ohne die unsere Arbeit kaum so informativ wäre, weiter: Albrecht Müller.
Quelle: NachDenkSeiten
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Bildungskarte Viele Tücken
Hartz-IV-Familien sollen, so der Plan von Bundessozialministerin Ursula von der Leyen (CDU), künftig von den Arbeitsagenturen eine “Bildungskarte” erhalten, die vom Bund mit bis zu 200 Euro aufgeladen wird. Die Idee findet immer mehr Befürworter. So bezeichnet auch SPD-Vizechefin Manuela Schwesig die Chipkarte als sinnvoll. Doch die Goldkarte für Hartz-IV-Kinder hat sehr viele Tücken, die in der gegenwärtigen Debatte kaum berücksichtigt werden. Es geht um rund 1,8 Millionen Kinder und einen Transferbetrag von bis zu 360 Millionen. Hinzu kommen Verwaltungskosten in nicht absehbarer Höhe. Eine staatliche Infrastruktur dafür fehlt. Erfahrungen haben lediglich private Anbieter; etwa die Bertelsmann-Tochter Arvato. Nicht ausgeschlossen, dass die Gütersloher sich für das neue Geschäftsfeld interessieren. 250 Euro, so Experten, kostet ein Kartenlesegerät. Welcher Schüler oder Student, der mit Nachhilfeunterricht sein Taschengeld aufbessert, kann sich das leisten? Die Folge wäre, das Hartz-IV-Kinder künftig ausschließlich in wesentlich teurere und unpersönlichere Nachhilfeinstitute gelenkt würden. Kann das gewollt sein? Vielerorts dürfte das Spektrum der in Aussicht gestellten Leistungen, die mit der Karte abgegolten werden können, gering sein. Eine Gratiseintrittskarte für das kommunale Schwimmbad aber bedürfte des Aufwandes nicht. Das lässt sich unbürokratischer regeln. Ob der Euphorie über von der Leyens vermeintlich pfiffige Kartenidee ist vollkommen aus dem Blickfeld geraten, welches Menschenbild damit verbunden ist. Es ist das garstig Lied von faulen, tumben und verantwortungslosen Eltern, die ihr Geld versaufen statt in die Bildung ihrer Kinder zu investieren. Dies verletzt so wie die Bildungskarte ihre Besitzer diskriminiert.
Quelle: Presseportal
Alle Menschen sind gleich…
Alle Menschen sind gleich, niemand darf benachteiligt oder bevorzugt werden – das Grundgesetz macht es möglich. Geschlecht, Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat und Herkunft, Glauben und Weltanschauung, Behinderung: nichts von dem dürfe zu ungleicher Behandlung führen. Jedenfalls steht es so auf dem Papier. Was man in der Aufzählung jedoch vermissen muß, das ist die eigentliche, die typisch kapitalistische Ausformung von Ungleichheit, das Fundament kapitalistischer Denkart, könnte man fast sagen: ob jemand Arbeit hat oder nicht!
Quelle: ad sinistram
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Wer sind hier die Sozialschmarotzer? – 50 Milliarden für Hartz IV-Aufstockungen
Bonn – Das Erwerbslosen Forum Deutschland richtet schwere Vorwürfe an Unternehmen und die Bundesregierungen. Hartz IV habe es möglich gemacht, dass Unternehmen in einer Selbstbedienungsmentalität ihre Gewinne auf Kosten der Allgemeinheit subventionieren lassen, indem sie „Hungerlöhne” bezahlen und die Betroffenen auf Hartz IV verweisen.
Für die Initiative ist es gerade zu ein Hohn, wenn gleichzeitig auf das Lohnabstandgebot gepocht wird. Neben den Konjunkturpaketen hätte somit die Wirtschaft nochmal zusätzlich 50 Milliarden erhalten, ohne dass sie sich an den Folgen dieser immensen Verschuldung beteiligen muss.
„Es stell sich die Frage, wer hier die Sozialschmarotzer sind und sich auf Kosten der Allgemeinheit in einer staatlich subventionierten Hängematte einrichtet? Für uns hat die Wirtschaft im Moment jede Glaubwürdigkeit verloren und wir sollten uns vor ihren Funktionären schützen, denn sie nehmen den Staat und Beschäftigte aus.
Quelle: LinkeZeitung
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August 19th, 2010 at 06:05
Geld für Bildung ist in den Hartz-IV-Sätzen nicht enthalten. Bildungsausgaben seien für Hartz-IV-Bezieher »nicht relevant«, lautet die abenteuerliche Begründung
der Regierung. Hier leigt doch schon einmal die Krux des ganzen.
3,94 Euro pro Person sieht Hartz-IV für Essen und Trinken an einem Tag vor.
Diese Lage zwingt Hartz IV-Bezieher dazu, sich entweder ungesund zu ernähren, um halbwegs auf die nötige
Kalorienmenge zu kommen, und damit entsprechende Mangelkrankheiten in Kauf zu nehmen. Oder sie müssen bei anderen Regelsatzbestandteilen Abstriche machen, um mehr Mittel für eine gesunde Ernährung zur Verfügung zu haben.
Dann ist noch weniger Geld dafür da, am kulturellen Leben teilzunehmen.
Ein Betrag von 0,49 Euro pro Tag für öffentliche Verkehrsmittel wäre für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ebenso ausreichend wie 0,22 Euro pro Tag für Sport- und Freizeitveranstaltungen.
August 19th, 2010 at 07:07
Das Bashing auf die faule Unterschicht, die Sozialschmarotzer dieser Gesellschaft- angeheizt von Medien- sollte sich durch solche Zahlen erübrigen. Es lenkt doch nur von dem eigentlichen Problem ab. Soviel Denken sollte jeder Mensch doch noch aufweisen können. Er könnte demnächst der nächste sein, der seinen Arbeitsplatz verliert. Man kann schneller in Hartz-IV hineinrutschen als gewollt.
August 20th, 2010 at 05:42
Bildungschipkarte- „Plastik, das Millionen von Kindern neue Zugänge zu Bildungsangeboten erschließen könnte“ ist irreführend.
Auffällig dabei ist, dass die ebenfalls neu zu berechnenden Geldleistungen derzeit überhaupt kein Thema in der politischen Debatte sind. Im Gegenteil: Man gewinnt den Eindruck, als solle genau davon abgelenkt werden.