Samstag News – KW 32
Das wahre Motiv für die Erhöhung des Renteneintrittsalters bleibt meist verborgen: es ist schlicht ein Verkaufsargument.
Das wichtigste Verkaufsargument der Versicherungsagenten für die Privatvorsorge ist die angeblich mangelhafte Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rente, also der Hinweis darauf, dass die Rente nur noch 50 % oder gar nur noch 40 % oder noch weniger ausmacht, wenn der von der Privatvorsorge-Propaganda Angesprochene in Rente gehen will. Die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rente ist systematisch vermindert worden – durch Nullrunden, den Nachhaltigkeitsfaktor usw. Die Erhöhung des Renteneintrittsalters war dann ein besonders großer Schritt bei der bewusst betriebenen Erosion des Vertrauens in die gesetzliche Rente. Albrecht Müller
Quelle: NachDenkSeiten
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Rosstäuscher
. . . . immer wenn man weiß, wer woran verdient, weiß man warum was passiert . . .
Auf den Punkt gebracht, aufwachen Leute!
Mit freundlicher Genehmigung ein offener Brief an die Ministerin für Arbeit und Soziales,
von Gerd Flegelskamp
Rente mit 65? 67? 70?
Sehr geehrte Frau von der Leyen,
vor 100 Jahren gab es noch den Rossmarkt, also einen Markt, auf dem Pferde gehandelt wurden. Unter den Händlern gab es einige, die mit betrügerischen Machenschaften Alter und Gesundheitszustand der Pferde zu übertünchen versuchten und dabei eine Menge Tricks anwendeten, sogar bis hin zu Tricks, die heute auch von Frauen angewendet werden, um ihr tatsächliches Alter zu kaschieren. Diese Händler wurden als “Rosstäuscher” bezeichnet.
Pferdehandel in der vor 100 Jahren üblichen Form findet hier und heute nicht mehr statt, ausgenommen in kleinen Chargen in bestimmten ländlichen Gebieten. Rosstäuscherei im übertragenen Sinne hat hingegen zugenommen und eine Spitzenposition nehmen aus meiner Sicht dabei Regierung und Parteien ein.
Derzeit ist in den Medien eine Diskussion um die Rente mit 67 entbrannt.
Quelle: Duckhome
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Georg Schramm – Über die Rentenlüge
Quelle: YouTube
SPD plant Lohnzuschüsse für ältere Arbeitnehmer
Um die Rente mit 67 nicht zu kippen, wollen die Sozialdemokraten die Berufschancen für Ältere verbessern. Denn nur wenn diese die Möglichkeit haben zu arbeiten, kann das Eintrittsalter erhöht werden.
Mit solchen Instrumenten versucht die SPD, einen offenen Streit zwischen Parteilinken und -rechten in der Rentenfrage zu vermeiden. Während die einen die Rente mit 67 als zwingend verteidigen, sehen andere darin eine versteckte Rentenkürzung. Sie argwöhnen, dass es auf dem Arbeitsmarkt gar nicht genug Beschäftigungsmöglichkeiten für Ältere gibt und diese deshalb mit Abschlägen bei ihren Altersbezügen vorzeitig in den Ruhestand gedrängt werden. Nur wenn Ältere tatsächlich die Chance haben, länger zu arbeiten, könne das Renteneintrittsalter steigen. Im Herbst will die Regierung die Beschäftigungsquote älterer Arbeitnehmer überprüfen und erneut über die Rente mit 67 entscheiden.
Quelle: Handelsblatt
Anmerkung WL: Über die Subventionierung von Niedriglöhnern hinaus nun auch noch die Subventionierung der Löhne für Ältere. Und das alles nur um die Fehler der Vergangenheit nicht korrigieren zu müssen.
übernommen von: NachDenkSeiten
Sozialstaat
Missbrauchtes Engagement
von Peter Grottian
Fast 900 Tafeln versorgen vor allem in den Städten die Armen mit notwendigen Lebensmitteln. Die Tafelbewegung gehört zu den erstaunlichsten sozialen Bewegungen der Republik. Das Lob für die Tafeln ist politikübergreifend überschwänglich: Menschenwürdige Versorgung und bürgerschaftliches Engagement haben eine scheinbar gute Verbindung gefunden. Aber in Wahrheit ist der Erfolg ambivalent: Die Blüte der Tafeln ist gleichzeitig der Niedergang des bröckelnden Sozialstaats.
Minimum an Menschenwürde
Es gibt nach wie vor keine wirklich relevanten Träger gesellschaftlicher Alternativkonzeptionen. Die wichtigsten und größten Wohlfahrtsorganisationen (Caritas, Diakonisches Werk, AWO) sind selbst so weit nutznießend in Hartz IV verstrickt, dass ihre Forderungen nach besseren Hartz IV-Leistungen nur gedämpft die Öffentlichkeit erreichen.
Gerade deshalb ist gut erklärbar, warum so viele Politiker, Gewerkschafter, Kirchenleute und prominente Bürger sich höchst einäugig engagiert auf die Tafeldiskussion einlassen und das bürgerschaftliche Engagement unterstützen. Tafeln sind der konkrete Ausdruck unmittelbar engagierter, zumeist ehrenamtlicher Hilfe, die nur unterstützt werden kann – ohne zu hinterfragen, warum die Blüte der Tafeln die Kehrseite des schwachen Sozialstaats ist.
Grundsicherung durchsetzen
Auf mittlere Sicht hat nur eine Forderung nach Abschaffung der Arbeitslosigkeit und der Tafeln eine Chance. Über die Abschaffung der Tafeln lässt sich schlecht reden, wenn die Armut größer wird und die Erwerbslosigkeit nicht sinkt.
Quelle: Berliner Zeitung
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Play-off für Kurzarbeit
Dem Erhalt von Arbeitsplätzen soll es dienen: Die Bundesregierung hat die Kurzarbeitsregelung bis März 2012 verlängert. Unternehmer können also weiterhin mit staatlicher Hilfe die Lohnkosten senken. Um an die Subventionen zu gelangen, greifen manche auch zu illegalen Mitteln. Unter diesen Umständen deutet die Tatsache, dass bisher tatsächlich erst ein einziges Unternehmen wegen Subventionsbetrug verurteilt wurde, weniger auf einen verschwindend geringen Anteil an Betrugsfällen hin als vielmehr darauf, dass die Behörden es nicht so genau wissen wollen.
Quelle: Jungle World
Wachsende Zahl von Sanktionen gegen Hartz-IV Empfänger.
„Im ersten Quartal 2010 wurden ca. 180.000 Sanktionen und Kürzungen der Hartz-IV-Bezüge verhängt – so viel wie nie zuvor. Nicht zum Bewerbungsgespräch erschienen, unentschuldigt bei einer Fortbildungsmaßnahme gefehlt oder ein Jobangebot abgelehnt – das sind die Hauptgründe für die zahlreichen Strafen die gegenüber den Empfängern von Hartz IV in den ersten drei Monaten des Jahres ausgesprochen wurden. Dabei ist die regionale Verteilung der Sanktion allerdings sehr unterschiedlich…“
Quelle: gegen-hartz.de
Anmerkung WL: Über Sanktionen gegen den Missbrauch von Hartz IV durch Unternehmen, die sich ihre Niedriglöhne durch die „Aufstockung“ subventionieren lassen, ist nichts bekannt.
übernommen von: NachDenkSeiten












August 14th, 2010 at 12:34
Die Vorschläge über das Rentenalter sind nicht nur hausgemacht sondern dienen lediglich dazu, die gesetzliche Versicherung langfristig abzuschaffen und dem Privatmarkt zu überstellen.
Ich arbeite seit mehr als 10 Jahren für eine Zeitarbeitsfirma im Bereich Lüftung. Mein Monatslohn beträgt ca. 890 Euro.
Miete und andere Nebenkosten sowie die Monatskarte damit ich überhaupt den Arbeitsplatz erreichen kann, nelaufen sich auf ca 590 Euro.
Nun soll ich von den Rest noch für das Alter vorsorgen? Wie bitte soll das möglich sein?
Wenn ich auf Montage fahre, was so ca. 5/6 mal im Jahr vorkommt, muss ich die Fahrkosten sowie Unterkunftkosten erst einmal vorverauslagen. Das kommt dann, wenn ich Glück habe, bei der nächsten Lohnzahlung zurück.
Arbeitsschuhe und Arbeitskleidung muss ich selbst kaufen. Von der Zeitarbeitsfirma bekomme ich jährlich einen Zuschuss von 15 Euro.
Ich arbeite auf verschiedenen Bausstellen dieses Landes. Ich habe bis jetzt keinen Arbeiter gesehen, der noch mit 65 oder älter auf der Rüstung rumkraxelt.Mit 60 ist definitiv Schluss mit der Arbeit auf dem Bau. Einige wenige sind dort anzutreffen. Es handelt sich aber um Menschen, die als Bauleiter oder Architekten einen Posten haben.
Die Politiker sollten doch einen Tag auf dem Bau arbeiten.
Ich würde gerne für mein Alter vorsorgen, aber bitte bei einer ausreichenden Entlohnung für meine Arbeit.
Lohndumping und Niedriglöhne machen so etwas unmöglich.
August 15th, 2010 at 07:23
Mit den “Tafeln” werden die Menschen unpolitisch gehalten und ruhig gestellt. Das liegt im Interesse von Politik.
“Das eigentliche Ziel der Tafelbewegung müsste die Selbstabschaffung der Tafeln sein. Dann wären die Tafeln wirklich erfolgreich. Wenn die Tafeln verschwinden, bedeutet das, dass gleichzeitig der Grund für ihre Existenz verschwindet.” Stefan Selke, Fast ganz unten, S. 216
Auf der Homepage Tafel Deutschland ist zu lesen,
Schirmherrin ist CDU-Familienministerin Köhler.
Politik instrumentalisiert.
August 15th, 2010 at 15:47
# LinksZweiDrei
Das neue Leitbild der Tafel lautet oft: Tafeln ersetzen das Fehlende.
Es gibt keinen positiven Zusammenhang zwischen der Existenz von Tafeln und Armut in diesem Land. Armut entsteht vor und neben allen Tafeln, egal nach welchem Prinzip diese arbeiten. Tafeln verhindern keine Armut.