Teil 2
Düstere Botschaften
Die Richterin Kirsten Heisig zeichnet das Bild eines Bezirks außer Kontrolle. Doch Fachleute in Neukölln widersprechen ihr
von Sabine Rennefanz, Sabine Deckwerth
Quelle: Berliner Zeitung
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Krisen-Pflegeeltern gesucht
Kinderschutz-Hotline 61 00 66: Anzahl der Betroffenen stieg in einem Jahr von 1033 auf 1478
Der Berliner Kinder- und Jugendnotdienst wehrt sich gegen Vorwürfe, es mangle gravierend an geschultem Personal. »Das stimmt so nicht«, widerspricht Thomas Harkenthal, Amtsleiter der Abteilung Jugend, Familie und Schule beim Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg. In diesem Bezirk hat der Notdienst seinen Sitz. Die Kritik sei nicht nachvollziehbar. Immer wieder rückten Sozialarbeiter nach, die an der sozialpädagogischen Ausbildungsstätte Berlin-Brandenburg geschult wurden. »Eine hochprofessionelle Institution«, so Harkenthal.
Bei der für die Nothilfeeinrichtung zuständigen Senatsverwaltung für Bildung sieht man schon, dass die Arbeitsbelastung bei den Jugendämtern in den Bezirken zugenommen hat. »Das ist aber kein spezielles Berliner Problem«, meint Petra Eichler, Leiterin der dort angesiedelten Arbeitsgruppe »Kinderschutz und Prävention«. Seit Einrichtung der rund um die Uhr erreichbaren Kinderschutz-Hotline im Jahre 2007 habe jede Behörde vom Senat zwei zusätzliche Stellen bekommen. »Und in diesem Jahr gab es pro Amt nochmals eine Stelle dazu«, sagt Eichler. Das »Gesetz zum Schutz und Wohl des Kindes« wurde im Januar 2010 verabschiedet.
Monika Herrmann (Grüne), die zuständige Stadträtin beim Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, ist überzeugt: »Das Angebot zur Betreuung von Kindern und Jugendlichen bei Verdacht der Gefährdung oder Misshandlung ist für die Stadt alternativlos. Eine weitere auskömmliche personelle und finanzielle Ausstattung ist auch weiterhin dringend erforderlich.«
Quelle: Neues Deutschland
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