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Wenig Geld und viel Idealismus

von Imke Plesch (epd)
Soziale Arbeit oft nur Kostenfaktor – Symposium im Landtag

Eine in Berlin vom Bundesarbeitsministerium eingesetzte Kommission beriet über einen Mindestlohn in der Altenpflege. Forderungen nach besserer Bezahlung für soziale Arbeit gibt es auch von denen, die in der Kinderbetreuung, mit Behinderten oder in der Jugendhilfe arbeiten. Für viele Beschäftigte und Experten ist der geringe Lohn ein Grund für mangelndes Interesse an einer Arbeit im sozialen Bereich.

Wie groß die Kluft zwischen Anspruch und Realität in der sozialen Arbeit ist, fasst der Professor für Sozialmanagement an der Evangelischen Fachhochschule in Bochum, Norbert Wohlfahrt, so zusammen: “Es gibt immer mehr Pflegebedürftige, Behinderte oder schwierige Jugendliche, aber immer weniger Personal. Der harte Wettbewerb zwischen den verschiedenen sozialen Trägern bedeutet stärkeren Druck auf die Personalkosten. Das widerspricht der Qualitätsdiskussion, denn gute Kräfte müssen entsprechend bezahlt werden. Die Unterfinanzierung führt zu Qualitätsverlust und auch zu Unterversorgung. Das ist ein Experiment am lebenden Objekt.”

Über den “Wert der sozialen Arbeit” wollte die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Bayern gemeinsam mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am Freitag im Landtag eine breite öffentliche Debatte anstoßen. “Unsere Botschaft ist: Die Gesellschaft soll den Wert der sozialen Arbeit sehen. Der Sozialbereich wird oft nur als Kostenfaktor betrachtet. Dabei fließen 50 Prozent der sozialen Ausgaben in Form von Steuern und Sozialabgaben wieder in die öffentlichen Kassen zurück”, erläuterte der Präsident des Diakonischen Werkes in Bayern, Ludwig Markert.

“Um einen sozialen Beruf auszuüben, muss man schon idealistisch eingestellt sein”, sagt der 30-jährige Heilerziehungspfleger Robert aus Berlin, der in Teilzeit psychisch kranke Menschen betreut. “Aber wenn man schon wenig Geld verdient, kann man sich wenigstens die Rosinen rauspicken und die Jobs machen, die einen wirklich interessieren.” Er könne sich aber nicht vorstellen, bis zu seinem Lebensende im sozialen Bereich zu arbeiten. “Die psychische Belastung ist zu groß. Am Ende kann man keine gute Arbeit mehr machen und lässt seinen Frust an den Kranken aus.”

Ein Umdenken in der Gesellschaft hatte sich Peter Müller nach der Wirtschaftskrise erhofft. “Es ist doch erstaunlich, wie schnell Geld für die Banken locker gemacht wurde ohne sie genügend zur Rechenschaft zu ziehen. Und jetzt muss man sich schon fragen: Und was ist uns die soziale Arbeit wert?”
vollständiger Artikel unter:
http://www.epd.de/bayern/bayern_index_71612.html

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