Sparen zu welchem Preis?

Dieses Land ist eins der Reichsten in der Welt und gibt im Verhältnis hierzu am wenigsten für die Bildung seiner Kinder & Jugendlichen aus. Der Grossteil des Geldes versickert auf den Verwaltungsebenen der EU, des Bundes, der Länder und zuletzt der Kommunen.

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Resolution gegen massive Kürzungen der Honorarmittel an der Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg

Zu Anfang diesen Jahres wurden die Lehrkräfte der Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg darüber informiert, dass die Musikschule in 2010 zusätzlich zu den 100.000 € an Sondermitteln aus dem Bügerhaushalt, der 2009 zur Verfügung stand, noch weitere 120.000 € an Honoraren einzusparen hat, also insgesamt 220.000 €. Die Folge wird sein, dass ca. 200 SchülerInnen, sowie den entsprechenden HonorarlehrerInnen zum nächstmöglichen Termin gekündigt werden muss. Und dies trotz weiterhin großer Nachfrage.Allerdings ist der Spareffekt der Maßnahme lächerlich, da ca. 90% der Ausgaben für Honorarmittel von den Einnahmen durch das Unterrichtsentgeld gedeckt werden. Der effektive Sparbetrag liegt also nur bei ca. 10%. Durch die Kündigungen wird darüberhinaus das “Produkt Musikunterricht” pro Unterrichtseinheit teurer, da die Fixkosten für Verwaltung und Miete gleich bleiben. Dieses zieht wiederum weitere Sanktionen nach sich, mit schwerwiegenden Konsequenzen auf die Mittelzuweisung der kommenden Haushalte. Die Musikschule wird dadurch regelrecht kaputtgespart und allmählich vernichtet! Die durch den Bürgerhaushalt verringerte Warteliste wird in noch größerem Maße wieder ansteigen. Geweckte Erwartungen der BürgerInnen können nicht mehr erfüllt werden.

Wir sind bestürzt und empört über die Kurzsichtigkeit der verantwortlichen Politiker und den nachhaltigen Schaden, der durch die Kürzungen angerichtet werden wird.

Die Musikschule steht im 61. Jahr ihres Bestehens vor immensen pädagogischen Herausforderungen. Sie steht als Bildungseinrichtung der gesamten Bevölkerung offen. Sie integriert erfolgreich SchülerInnen aus allen Teilen der Gesellschaft. Der umfassende Bildungseffekt für den Einzelnen, wie auch die positiven sozialen Wirkungen für die Gesellschaft sind unumstritten. Unser Kollegium arbeitet leistungsstark, kreativ und flexibel. Die Ergebnisse im “Breitenmusizieren”, sowie in der Leistungsspitze sind beeindruckend. Die Ausbildung in unserer Studienvorbereitenden Abteilung hat einen hervorragenden Ruf und zieht viele junge Menschen an. Die Musikschule arbeitet darüberhinaus im Vergleich zu anderen Bildungseinrichtungen äußerst kosteneffizient.

Wir fordern den Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg Herrn Dr. Schulz und den neuen Bezirksstadtrat für Finanzen, Kultur, Bildung und Sport, Herrn Dr. Stöß, sowie die gesamte Berzirksverordnetenversammlung auf, für die Rücknahme der Sparmaßnahmen zu kämpfen, weil sie ebenso sinnlos wie schädlich sind.

Wir fragen den Senat und die ihn tragenden Parteien, ob sie in Verbindung gebracht werden wollen mit Kürzungen im Bildungsbereich Musikschule angesichts der fortgesetzt negativen Entwicklungen in Problemkiezen, insbesondere auch in Friedrichshain-Kreuzberg.

Die Elternvertretung, die Lehrervertretung und die Vollversammlung der LehrerInnen an der Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg.

22.Januar 2010

14 Kommentare auf “Resolution gegen massive Kürzungen der Honorarmittel an der Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg”

  1. wütender Bürger sagt:

    Was soll das?
    Nimmt dieser Kürzungswahn denn überhaupt kein Ende?!
    Jetzt geht man an die Musikschule ran.
    Nichts mehr mit “fröhlich sein und singen…”!
    Ist Musik nicht auch Bildung?
    Ich verstehe die Welt nicht mehr!
    Nur noch Musik und das Erlernen von Instrumenten für reiche Eltern, die sich Unterricht für ihre Sprösslinge im Rahmen eines Privatunterrichts leisten können?!
    Welch ein Armutszeugnis für diesen Bezirk!
    Werden nun staatliche (subventionierte) Musikschulen in ganz Berlin zu Grunde gerichtet?
    Was wird folgen?
    Und wollen wir Bürger uns das Alles gefallen lassen?
    Ich werde an den Bürgermeister schreiben! Wo ist die Bildung? Wegen einer lächerlichen Einsparsumme werden Institutionen zur Förderung von Kindern tot-gespart!
    Wo sind die Verantwortlichen?
    Aber vielleicht haben die genug finanzielle Mittel, um ihren Kindern Privatunterricht zu finanzieren!
    Ich als Bürger, fühle mich verraten und verkauft! Hier wird der Zugang zur Bildung für Kinder, aus Spargründen, verwehrt!

  2. Musikfreund aus Friedrichshain sagt:

    Für eine monatliche Ersparnis von 5 Euro pro Schüler, wird weiter an der Bildung unserer Kinder gespart.
    Neben der Kinder- und Jugendarbeit ist dies der nächste Bereich an dem massive Kürzungen vorgenommen werden. Es ist ein politisches Armutszeugnis des Bezirkes Friedrichshain-Kreuzberg. Es wird erneut deutlich, wie der Bezirk zu der Bildung unserer Kinder steht. Welche Kürzungen stehen demnächst an? Kürzungen an Volkshochschulen und Bibliotheken?
    Was will sich der Bezirk überhaupt noch leisten können?
    Die Auswirkungen des Einsparens werden in den nächsten Jahren sichtbar!
    Hände weg von der Bildung!
    Musikfreund aus Friedrichshain

  3. andersdenkend sagt:

    jeden tag neue kürzungsnachrichten. was machen wir bürger eigentlich dagegen? oder nehmen wir das so hin? wird es nicht endlich mal zeit, sich dagegen zu wehren?
    eine handlungsunfähigkeit der politik zeigt sich mir zunehmend, wenn der bürgermeister (grünen) sich zu den kürzungsplänen nicht äußern will, da die bildungsstadträtin sigrid klebba (spd) gerade ausgeschieden ist. “Ich war von dem Protest der Lehrer selbst überrascht. Wir müssen das jetzt erst einmal prüfen”, sagt Schulz.
    hier wird doch wieder einmal deutlich, dass der eine keine kenntnis vom tun des anderen hat.
    ich nenne dies verhalten “verarschen der bevölkerung”! hier wird politik an dem bürger vorbei gemacht.
    so etwas brauchen wir nicht!
    und die ganze debatte um bürgerhaushalt – ist für die tonne! es erweckt nur den anschein, dass bürger in die planung mit einbezogen werden. entschieden wird auf anderen ebenen.
    fragen, resolutionen, unterschriften etc. werden politisch ignoriert. stadträte und der bürgermeister antworten auf fragen und briefe nicht. man geht dem gezielt aus dem weg. ich spreche diesen leuten die fähigkeit einer bürgernahen politik in dem bezirk ab.

  4. friedelhainer sagt:

    UMDENKEN JETZT!
    noch einer neuer trick aus der kiste?
    frau herrmann, jetzt frage ich sie ernsthaft – wo ist ihr politischer einsatz? ist es nicht auch ihr aufgabengebiet?
    hier wurden bis jetzt viele kinder unterrichtet. oder zählt die musikschule zur abteilung kultur?
    aber hier warten verschiedene leute immer noch auf antworten von ihnen. sie suchen sich anscheinend nur diese dinge zur beantwortung heraus, die für sie politisch interessant erscheinen.
    hier werden über die köpfe der menschen einsparungen vorgenommen. auf der anderen seite werden gelder in bauruinen hineingepumpt. einrichtungen werden privatisiert. ausschreibungen für hilfspersonal in den kitas durch zeitarbeitsfirmen ist nichts neues.
    was sind ihre nächsten vorhaben und wo sparen sie dabei?
    antworten sie endlich einmal auf die fragen der menschen!
    friedelhainer

  5. Monika Herrmann sagt:

    Hallo, “friedelhainer” -
    hatte bisher keine Frage zur Musikschule an mich gesehen – sorry!

    Ich bin tatsächlich nicht zuständig für die Musikschule, sondern das Kulturamt. Somit sind die von Ihnen kritisierten Kürzungen von der damaligen Finanz- und Kulturstadträtin S. Klebba zu verantworten. Vielleicht wird damit auch deutlich, dass die Kürzungen im Bezirk keine parteiliche Sache sind, sondern der Bezirk TATSÄCHLICH zu wenig Geld vom Land erhalten hat…

    Nunmehr ist Jan Stöß – als Nachfolger von Fr. Klebba – für die Musikschule zuständig.

    Was die angeblichen Bauruinen, Privatisierungen, fachfremdes Personal etc. betrifft, habe ich bereits in vielen öffentlichen Veranstaltungen und schriftlichen Stellungnahmen mehrfach Rede und Antwort gestanden.

    Sollten Sie weitere Fragen haben, lade ich Sie gerne zu mir ein – mit gutem Gruß

    Monika Herrmann

  6. Dr. Müller sagt:

    Ja das stimmt, Frau Herrmann hat auf vielen öffentlichen Veranstaltungen und schriftlichen Stellungnahmen mehrfach Rede und Antwort gestanden. Nur leider ohne Sinn und Inhalt.

  7. Monika Herrmann sagt:

    Ach, Dr. Müller – der Sinn war schon deutlich und der Inhalt auch – vielleicht nur nicht nicht gewünschte…
    Mit gutem Gruß
    Monika Herrmann

  8. friedelhainer sagt:

    nochmals zur erinnerung:
    aus lichtenberg ->
    * fast alle Einrichtungen wurden in Freier Trägerschaft fortgeführt
    * Basis der Arbeit sind seitdem Leistungsverträge zwischen Freien Trägern und Bezirksamt auf der Basis von Angebotsstunden
    * Es werden seitdem jährlich etwa 1.800.000? (fast 2 Millionen) eingespart, das sind fast 30% des Gesamtaufwandes. Und dies, ohne bei den Leistungen für die Kinder und Jugendlichen Kürzungen vorzunehmen.

    Aus dem Newsletter der Grünen- Lichtenberg (Ausgabe Oktober 09)
    Interesse an der Jugend? Ja, Interesse an Kürzung. Eine Viertel Million (5%) wird gestrichen. Die Angebote der Jugendarbeit sind nach Übertragung in Freie Trägerschaft Spielball für Kürzungen geworden.

  9. Miriam sagt:

    Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.

  10. Mitarbeiter sagt:

    # Dr. Müller
    Sehr gut erkannt. Es wurde sowohl in diesem Blog, wie auch in diversen Ausschusssitzungen pp. Independing living, treberhilfe (Ausbeutung der Arbeitskräfte, da unter Tarif bezahlt, Veruntreuung von Geldern der Klienten etc.) angesprochen. Nun hat ein pfiffiger Artikelschreiber einen Aushang der Zeitarbeitsfirma Dilab Optima GmbH – Mitarbeiter gesucht- hier in den Blog reingesetzt. Darauf reagiert M. Herrmann auch nicht. Ich bin mir sicher das der Aushang immer noch bei der Dilab aushängt.
    Ich habe den Eindruck, das ist so gewollt. Also wird es auch ignoriert.
    Sie haben also mit ihrer Aussage vollkommen recht. Die Aussagen von M. Herrmann sind keine Antworten auf die Fragen und Hinweise der Menschen.
    Aber das ist man aus der Politik gewohnt. Man hangelt und windet sich an den Problemen vorbei. Kann man auch nichts falsch machen. Position beziehen wäre endlich mal angebracht.
    Danke für Ihre Beiträge.

  11. Blockflöten sagt:

    Was mir unbegreiflich ist, dass noch vor 14 Tagen in der Berliner Presse ausgiebig zu lesen war, dass der Berliner Senat per Kommissionsbericht eine gründliche Umstrukturierung aller Berliner Musikschulen plant. Wie geht das zusammen? Sollte dann nicht der Senat diesen bezirklichen Alleingängen Einhalt gebieten? Oder betrifft es nur Bezirken mit zahlungsstarken Musikschülern und nicht die “Problembezirke”? Ist es denn nicht herausgeschmissenes Geld, erst Tausende Kinder durch hochsubventionierte Früherziehungskurse zu schleußen, wenn man diesen musikalischen Grundstein durch Verweigerung eines anschließenden aufbauenden Instrumentalunterrichts versiegen lässt? Erzeugt man nicht erst recht dadurch Problemkinder in diesen Bezirken, wenn man ihre geistige-soziale-emotionale Entwicklung wieder stoppt, zu der Musikunterricht – wie bereits mehrfach nachgewiesen – beisteuert?
    Der Bezirk ist pleite? Durch welche Schuld? Meines Wissens haben Volkshochschule, Bibliotheken und Musikschule laufende Einnahmen. Als Bürgerin von Friedrichshain möchte ich gerne wissen, ob der Bereich Bildung, Musikschule an der Verschuldung beteiligt war oder ob die Bereiche, die diese Verschuldung zu verantworten haben ebenfalls solche Einsparungen zu erbringen haben?
    Eine besorgte Mutter

  12. Bürger sagt:

    Ich teile Ihre Bedenken. Mir geht es schon seit langer Zeit durch den Kopf und die Frage; Weshalb wird hier eine Politik des Einsparens gefahren? – bleibt hängen.
    Unterwirft sich der Bezirk alle 2 Jahre den Sparvorgaben des Senates? Ich bin mir sicher, dass stets neue Sparvorgaben kommen werden.
    Und es trifft leider nicht nur die sozialen Bereiche, sondern auch Bildung und Kultur.
    Es gibt auch in Friedrichshain – Kreuzberg Problemkieze, wo nun Gelder hineinfließen. Aber doch sicherlich nur, um etwas zu verhindern.
    Natürlich machen Volkshochschulen, Musikschulen und Bibliotheken auch Einnahmen. Aber darum geht es doch nicht. Hier wird einfach mal am Personal gespart. Vielleicht übernimmt demnächst der 1 Euro Jobber den Musikunterricht, das Ausleihen von Büchern oder den Kurs an der Volkshochschule.
    Die Politik in diesem Bezirk hat absolut versagt. Die eine Stadträtin kürzt und kürzt. Anschließend wechselt sie in die Senatsebene. Der Bürgermeister widmet sich seinem Lieblingskind – der East Side Gallery. Stadtrat für Gesundheit und Soziales ist nun bemüht, Träger zu finden, welche die Einschätzungen von Pflegebedürftigen übernehmen, da er einen Großteil seiner Mitarbeiter auf den Überhang geschickt hat.
    Die Jugendstadträtin ist bemüht, die Ausschreibungen für einige kommunalen Einrichtungen schnell voranzutreiben. Die Baustadträtin bekommt ihre Bauvorhaben, welche durch schlampigen Gutachten in astronomische Zahlen gestiegen sind, auch nicht in den Griff.
    Die verarschen die Bürger und kleben an ihren Amtsstühlen.
    Da bleibt nur4 zu hoffen, dass bei den nächsten Kommunalwahlen endlich jemand den Arsch in der Hose hat, und diesen Scheiß nicht mehr mitmacht.

  13. Dr. Müller sagt:

    Lieber Bürger, ich habe selten einen Kommentar gelesen wo die Sachverhalte so genau auf den Punkt gebracht wurden wie sie es getan haben und stimme in allem vollkommen zu. Es muss doch noch Möglichkeiten geben diese unfähigen Entscheidungsträger zu stoppen. Bis zur nächsten Wahl werden sie die Jugend- und Kulturarbeit flächendeckend geknebelt oder abgeschafft haben. Und die Menschen die heute engagiert den Protest organisieren sind dann leider nicht mehr da.

  14. Steuerzahler sagt:

    - 3 Millionen Euro Landesmittel für die A100
    - 118,5 Millionen Euro für den Jugendknast Heidering
    - Erhöhung der Abgeordnetendiäten um 250 Euro im Monat
    - 11 Millionen für neue blaue Polizeiuniformen
    - 182 Millionen für das ICC
    - 22 Millionen für Staatsbesuche
    usw.
    - 20 Stellen im Freizeitbereich
    - 3-5 Stellen AOD
    - Gesundheit und Soziales 14 Stellen
    - Stellen in der Bibliothek
    - Stellen in der VHS
    - Stellen in Kultur
    - Stelle im Wohnungsamt
    - Stellenanteil im Bürgerdienst
    - Stellen in Stadtplanung/ Vermessung/ Genehmigung

    Wie absurt ist das nur?

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