Jugendprotest gegen Sparpolitik in Marzahn-Hellersdorf
Stummer Widerstand auf DIN A 5
In Marzahn-Hellersdorf werden sechs Jugendeinrichtungen an freie Träger übergeben. Der Protest der Jugendlichen interessiert die Verantwortlichen nicht die Bohne.
VON MARTIN SCHWARZBECK
Zum Jahreswechsel gibt die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Marzahn-Hellersdorf unter Federführung der Bezirksstadträtin für Jugend und Familie, Manuela Schmidt (Linke), 6 von 18 Jugendfreizeiteinrichtungen an freie Träger ab. Alle zwei Jahre wird der Betrieb der Jugendeinrichtungen künftig neu ausgeschrieben. In ganz Berlin geschieht Ähnliches. Um “unter dem Druck harter Haushaltsverhandlungen zumindest die Standorte zu erhalten”, rechtfertigt Schmidt.
Das bedeutet, von den 21 kommunalen Mitarbeitern der Bezirkseinrichtungen wechseln 13 zu einem freien Träger, der Rest wird in den Stellenpool des öffentlichen Dienstes abgeschoben. Die Häuser behält der Bezirk. 361.000 Euro werden damit 2010 gespart. Jennifer Hübner von den örtlichen Jusos ist eine der wenigen, die zu öffentlicher Kritik bereit sind: “Die lagern das ja nicht umsonst aus, so kann man die Mittel viel leichter weiter kürzen”, sagt sie.
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Januar 4th, 2010 at 09:20
Es ist schon sehr traurig, dass wegen einer lächerlichen Einsparsumme ganze Strukturen in der Jugendarbeit zerstört werden. Die Übertragungen der kommunalen Einrichtungen sind nur der Anfang der Sparpolitik in den sozialen Bereichen. Es wird in den nächsten Jahren weiter gekürzt und eingespart.
Es gibt keinen Jugendstadtrat in den Berliner Bezirken, welcher sich politisch gegen die Kürzungen im Kinder- und Jugendbereich ausspricht und auch so agiert. Meiner Meinung nach, fehlen den politischen Verantwortlichen das Rückgrat, um sozial für die Bürger dieser Stadt zu entscheiden.
Was den Widerstand betrifft, dieser wird von den politisch Verantwortlichen einfach ignoriert oder belächelt. Man kennt dies aus den Bezirken Mitte und Friedrichshain.
http://www.widerstand-berlin.de
widerstand.mitte