»Hartz IV hat soziale Kälte gebracht«
Vor fünf Jahren wurde das Gesetz eingeführt – zum Stichtag sind kaum Proteste in Sicht.
Ein Gespräch mit Martin Behrsing
Interview: Gitta Düperthal
Aus Protest gegen die Einführung von HartzIV gab es am 2. Januar 2005 erstmals die Aktion »Agenturschluß«. Das ist jetzt fast genau fünf Jahre her – wird es nun erneut Aktionen geben?
Was sind die schlimmsten Grausamkeiten, und wie hat sich die Situation in den Ämtern während der vergangenen fünf Jahre verändert?
Kinder und Jugendliche wurden ohne Not in die Armut gestoßen. Mit dem Hartz-IV-System wurde ein Bürokratiemonster entwickelt, das jegliche Menschlichkeit vermissen läßt. Vom beabsichtigten »Fördern und Fordern« kann keine Rede sein, mittlerweile stehen die Behörden den Betroffenen mit »unerfüllbarem Fordern« gegenüber. Der Bundesregierung sollte zu denken geben, wenn sich derzeit zahlreiche Persönlichkeiten, darunter der Literaturnobelpreisträger Günter Grass, dafür aussprechen, das Sanktionssystem auszusetzen.
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