Weihnachtslied, chemisch gereinigt
(nach der Melodie: “Morgen, Kinder wird`s was geben!“)
Morgen, Kinder, wird`s nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte euch das Leben.
Das genügt, wenn man`s bedenkt.
Einmal kommt auch eure Zeit.
Morgen ist`s noch nicht so weit.
Doch ihr dürft nicht traurig werden.
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden.
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.
Lauft ein bisschen durch die Straßen!
Dort gibt`s Weihnachtsfest genug.
Christentum, vom Turm geblasen,
macht die kleinsten Kinder klug.
Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christ-baum geht es auch!
Tannengrün mit Osrambirnen -
lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
denn im Ofen fehlt`s an Holz!
Stille Nacht und heil`ge Nacht -
weint, wenn`s geht, nicht! Sondern lacht!
Erich Kästner (1928)












Dezember 10th, 2009 at 22:14
Hi, auf unserer Bandhomepage PrunX findet Ihr im Archiv den Adventskalender vom Vorjahr, mit noch immer brandaktuellen bösen Weihnachtslieder, nicht alle sind jugendfrei, aber falls Euch davon was gefällt, stellen wir die gern zur Verfügung auch live für Soli!!
Verarmte Weihnachtsgrüße
Eure PrunX aus Friedrichshain!
Dezember 22nd, 2009 at 22:14
Der haut schon rein, der Text – trifft, trifft es erschreckend.
Hier gabs tatsächlich schon Streit und Tränen, weil meine Große
unbedingt einen richtigen Weihnachtsbaum wollte. Zusammengeklaubtes und -gestecktes Tannengrün wird uns reichen müssen, sieht auch ganz hübsch aus! Ich bräuchte keinen Weihnachtsbaum und kein Weihnachten, doch die Kinder wollen noch teilhaben am Weltgeschehen.
Nun hat das BundesIngendwasGericht in Karlsruhe sich endlich dem Thema, was sind Kinder aus Hartz IV – Familien uns wert, welche realen Bedürfnisse haben sie, angenommen.
Schleunigst sollte vorsorglicher Widerspruch gegen die „Kinder = 60% des Erwachsenenbedarfs“-Praxis eingelegt werden. Bestenfalls bis Jahresende, dann gilt bei ggf.rückwirkend geltemden Urteil, der Anspruch bis ins Jahr 2005. Auf jedem Fall vor der Urteilsverkündung, die Ende Januar/Februar 2010 erwartet wird. Vorformulierte Widersprüche sind z.B. bei Tacheles zu finden: http://www.tacheles-sozialhilfe.de
Diese Info wollte ich hier mal loswerden. Ob die Real-Politik diese Bedürfnisse dann auch bereit ist zu erfüllen und wenn, dann wie – steht natürlich auf einem anderen Blatt. Mit schönen + solidarischen vorweihnachtlichen Grüßen!
Dezember 23rd, 2009 at 21:44
Schulden des Staates sind doch Zinserträge für die Reichen. Werden diese dann noch steuerlich entlastet, ergibt sich ein herrlicher Selbstbedienungseffekt. Die Steuersenkung finanziert den Ankauf von Schuldtiteln (Bundesschatzbriefe pp) und daraüf gibt es auch noch Zinsen. Und damit es sich auch wirklich lohnt gibt es die Abgeltungssteuer. Diese gewährleistet, dass das Spiel von den Ärmeren finanziert wird.
Dezember 24th, 2009 at 09:03
# wut-mama
ich kann das alles verstehen. wie erklärt bman seinem kind, dass es zu weihnachten nicht so viel geben kann. es trifft ja stets immer die schwächsten der gesellschaft.
was nutzt denen die erhöhung des kindergeldes, wenn es anschließend vom hartz 4 abgezogen wird? da bleibt es nur zu hoffen, daß die richter in karlsruhe endlich sorge dafür tragen, das der hartz 4 -satz für kinder angehoben wird!
ansonstehn werden die kinder aus einkommensschwachen familien unbd aus familien, welche transferleistungen beziehen, stets ausgegrenzt. da kann es durchaus passieren, das dieses weihnachtslied auch auf sie zutrifft.
also liebe wut-mama, zeigen sie der politik weiterhin ihren widerstand. FÜR UNSERE KINDER! und binden sie andere betroffene eltern in ihren widerstand gegen die unsoziale politik gegenüber unseren kindern mit ein.
ihre kinder werden sicherlich das mit dem nichtvorhanden weihnachtsbaum verstehen. sie brauchen das, was andere kinder auch haben. und zwar das ganze jahr über.