Sparen zu welchem Preis?

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Frisch gedruckt: AG Babyboom muss Kitas und Schulen besorgen

AG Babyboom muss Kitas und Schulen besorgen
Junge Familien entdecken Friedrichshain. Die Zahl der Kinder steigt stark an und hat die Senatsprognosen inzwischen überholt
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/1105/berlin/0043/index.html
aber auf der letzten JHA Sitzung wurde das Gegenteil in einer Powerpräsentation dargestellt.

10 Kommentare auf “Frisch gedruckt: AG Babyboom muss Kitas und Schulen besorgen”

  1. Monika Herrmann sagt:

    Hallo,
    im letzten JHA wurde nicht das Gegenteil dargestellt! Es wurde die Entwicklung der 10-18 Jährigen dargestellt – die Babyboom-Kinder sind jünger und auf Nachfrage hat der Jugendamtsdirektor geantwortet, dass die dargestellten Zahlen den Gesamtbezirk betreffen und nicht ausschließlich Fhain /wo die Kinderzahl anwächst). Zu dem hat niemand diese Entwicklung “verschlafen”, sondern seit über 2 Jahren werden mehrere neue Kitas in Fhain eröffnet, Schulgebäude vom Lifo zurückgeholt und Fördergelder für Schulneubauten akquiriert – die Schulerweiterungen haben zum Teil bereits angefangen und im nächsten Schuljahr wird in Fhain eine neue Schule eröffnet – müsste eigentlich bekannt sein!
    Gruß
    Monika Herrmann

  2. JHA-Sitzung 3.Nov.09 – Kosten-Leistungs-Rechnung » Widerstand Berlin sagt:

    [...] Antwort von Herrn Harkenthal, – dies sei nicht nennenswert bzw. der Anstieg wäre minimal. Die Presse berichtet aber über einen dramatischen Anstieg. Wie kann dies sein? An dieser Stelle möchte ich dann auch gleich noch anmerken, dass Herrn [...]

  3. urmel @frau herrmann sagt:

    ja richtig erfasst?!
    die entwicklung der 0-6 jährigen und der 6-10 jährigen wurde nicht erfasst/dargestellt. weshalb, ist unklar.
    vielleicht ist die zielgruppe der einrichtungen zu überdenken?. soweit ich informiert bin, arbeiten die meisten kindereinrichtungen mit den 6-14 jährigen.

  4. Elli Pirelli sagt:

    an Frau Hermann.
    Das der Babyboom und dessen Auswirkungen sich erst in 4 bis 5 Jahren im Fehlen von Einrichtungen bemerkbar machen wird, ist jedem klar.
    Der Zulauf von Familien mit Kindern müsste sich ja schon vorher bemerkbar machen.
    Das Friedrichshain einen größeren Anteil ausmacht, liegt sicherlich an der Tatsache, das man sehr viele Eigentumswohnungen für die bürgerliche Mitte geschaffen hat. Die Versorgung mit Kitaplätzen und Schulen ist ja nun eine gesetzliche Aufgabe. Die Schaffung von Freiflächen wie Spielplätze liegt ja im Interesse des Bezirkes, um das Klientel zu halten bzw. ran zuziehen.
    Die Versorgung mit Freizeiteinrichtungen ist laut Aussage keine gesetzliche Verpflichtung des Bezirkes. Vielleicht erhofft sich der Bezirk, dass das “betuchte Klieentel” solche Freizeiteinrichtungen für siene Sprösslinge nicht braucht.
    Man sollte sich das Strukturkonzept 2010/2011 näher anschauen.
    http://www.berlin.de/imperia/md/content/bafriedrichshain-kreuzberg/abteilungjugfamschul/jugendamt/jugendhilfeausschuss/06.01.09_endfassg._strukturkonzept_2010_2011.pdf?start&ts=1257173320

    “Im Jahr 2008 werden in Friedrichshain-Kreuzberg tatsächlich 25 Standorte der Kinder- und Jugendarbeit bezirklich gefördert. Entsprechend der Ausstattungsstandards des Nachfrage-Modells sind für das Betreiben von 25 mittleren Einrichtungen mindestens 3.900.000€ erforderlich, d.h. gegenwärtig besteht laut dieser Modellrechnung ein Defizit von ca. 780.000€.
    Das reale Finanzvolumen für die 25 Standorte der Kinder- und Jugendarbeit, die im Jahr 2008 bezirklich gefördert werden beträgt, 4.010.529€3. Würde es sich ausschließlich um mittlere Einrichtungen handeln, könnte die Aussage getroffen werden, dass die bestehenden 25 Einrichtungen (auch wenn es zu wenige sind) entsprechend der Standards gefördert werden. Betrachtet man jedoch die reale Existenz kleiner, mittlerer und großer Einrichtungen in Friedrichshain-Kreuzberg wird bei der Ist-Situation ebenso ein Defizit bei den Ausstattungsstandards in Höhe von 536.471 € deutlich.”

    “Die aktuelle ASUM-Studie zur Bevölkerungsentwicklung des Ortsteils prognostiziert in allen drei beschriebenen Szenarien ein Anwachsen der Kinderzahlen.” ….
    “Finanzielle Auswirkungen der Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendarbeit 2010 / 2011 – Für die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendarbeit sind zum einen die derzeit zur Verfügung gestellten Mittel für die Zukunft zu sichern und um einen notwendigen „Inflationsausgleich“ zu erhöhen (siehe 4.). Hinzu kommt die Finanzierung einer bedarfsorientierten Erweiterung des Angebots an Kinder- und Jugendarbeit in den Regionen. Soweit möglich, sind hierfür nachfolgend die finanziellen Auswirkungen benannt.”

    Ich kann mir nicht erklären, weshalb man solch ein Papier erschafft, um später festzustellen – wir müssen sparen bzw. kürzen.

    Man sieht die Notwendigkeit, dass man mehr Einrichtungen braucht und die vorhanden Einrichtungen besser ausgestattet werden müssen. Stattdessen kürzt man nun!

    Also Frau Hermann, es geht hier nicht um Ihre Pflichtleistung Kita und Schule, sondern um das Angebot Freizeit für Kinder und Jugendliche.
    Elli Pirelli

  5. Lutz sagt:

    Sehr geehrte Frau Herrmann, wie erklären Sie sich und uns das völlige Außerachtlassen der 6-9jährigen Kinder in der Darstellung der Kosten und Leistungsrechnung auf dem JHA vom 03.11.2009 von Herrn Harkenthal, obwohl sie zur Zielgruppe der Kinderfreizeitenrichtungen gehören?Über eine Antwort Ihrerseits würde ich mich freuen.

    Gruß Lutz

  6. Monika Herrmann sagt:

    Sehr geehrter Lutz -
    der Jugendamtsdirektor hat in der JHA-Sitzung erklärt, dass das landesweite Standardpapier der Berliner Jugendförderungen diese Altergruppe als Kernzielgruppe definiert hat und er daher diese Altersgruppe dargestellt hat.
    Mit Gruß
    Monika Herrmann

  7. Monika Herrmann sagt:

    Hallo, Elli Pirelli -
    es ist ein Irrtum, dass das Jugendamt nicht gesetzlich verpflichtet sei, Kinder- und Jugendeinrichtungen im Bezirk vorzuhalten – wir haben sehr wohl die gesetzliche Verpflichtung! Übrigens haben wir diese gesetzliche Verpflichtung auch, wenn nur noch “betuchte” Familien im Bezirk leben, da die §§ 11 und 16 SGB VIII keine Zugangsvoraussetzungen formulieren, sondern für alle Kinder, Jugendliche und Familien offen stehen. Was in Berlin allerdings fehlt, sind verbindliche und somit auch verbindlich finanzierte Größenordnungen. Die zur Zeit landesweit tagende Arbeitsgruppe hierzu hat Vorschläge erarbeitet, die im November den JugendstadträtInnen zur Entscheidung vorgelegt werden sollen. Wichtiger jedoch ist, dass danach zum einen das A-Haus dem zustimmt und auch SenFin der erforderlichen Finanzierung. Zur Zeit orientiert sich der Vorsschlag an der entsprechenden Einwohnerzahl plus sozialräumlicher Faktor…
    Was tatsächlich gekürzt wird und was sich tatsächlich weiterentwickeln wird, ist in den nächsten Wochen zu diskutieren…
    Mit Gruß
    Monika Herrmann

  8. rebellin @ fr. herrmann sagt:

    das ist das selbe wie mit der statistik über jugendkriminalität…
    es kommt eben immer auf die sichtweise an, wa…

    wenn eine geringere anzahl von jugendlichen die gleiche anzahl an delikten verübt, ist es für mich ein anstieg der jugendkriminaltität…
    aber ganz klar, wenn man nur die anzahl der delikte sieht, gibt es keinen anstieg…

    man lässt aus berechnungen einfach eine altersgruppe raus und schon klingt es viiiiel volksverträglicher…

    diese art von “ehrlichkeit” findet man auch nur in der werbung und in der politik…

  9. Monika Herrmann sagt:

    Hallo,
    nun, man hat da nicht einfach eine Altersgruppe weggelassen, sondern Herr Harkenthal hat lediglich die von Fachleuten der Jugendarbeit selber definierte Kernzielgruppe dargestellt…

    Die JGH-Zahlen sind eher kein gutes Beispiel. So werden valide Statistiken auch nicht gemacht, sondern es werden immer Verhältnismäßigkeiten hergestellt.

    Wenn ich sage, die Anzahl der Kinder und Jugendlichen ist eine Meßgröße, dann ist das wenig zu relativieren, denn die Kinder sind da oder nicht. Vom Grundsatz her sehe ich auch die Altersgruppe AB 6 Jahren als Zumessungsgröße als sinnvoll an.

    Für die Bezirke ergibt sich aber auch noch die Diskussion, welche Veränderungen die Folge des Ganztagsbetriebes in den zukünftigen Sekundarschulen sein werden…

    Und diese “Art von Ehrlichkeit” findet sich immer in jeder schwierigen Auseinandersetzung wieder – auch hier auf dieser Seite…

    Gruß
    Monika Herrmann

  10. Anonym sagt:

    Ganztagsschulen? Schulen sind doch gar nicht ausgestattet um Ganztagsbetrieb zu gewährleisten.
    “Art von Ehrlichkeit”? Das ist wohl schon längst untergegangen. Täuschungen sind keine Art von Ehrlichkeit.
    In diesem Sinne, der Widerstand in den Bezirken geht weiter.
    Gestern in Pankow, Heute in Mitte und Demnächst wieder in Friedrichshain-Kreuzberg.
    Und nicht vergessen den Bildungsstreik!
    Ola´

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