offener Brief an Herr Ströbele
Am Wochenende erreichte mich wieder ein offener Brief an Herrn Ströbele den ich euch hier auch wieder gerne präsentieren möchte.
Bevor ich aber jedoch den Brief veröffentliche möchten wir euch für eure Unterstützung danken und hoffen das ihr weiterhin E-Mails, Briefe oder auch Faxe an die Abgeordneten schicken werdet. Denn je mehr Druck wir ausüben um so höher sind die Chancen das der Widerstand Früchte trägt. Aber nun zum Brief.
sehr geehrter herr ströbele,
wie ich auf abgeordnetenwatch zu der frage: kommunale kinder,- und jugendarbeit soll in friedrichshain – kreuzberg abgeschafft werden – entnehmen musste:Zwei Möglichkeiten werden diskutiert, die Sparvorgaben umzusetzen, entweder einzelene Jugendeinrichtungen zu schließen oder die Übertragung des Betriebes der Einrichtungen auf freie Träger.
Für die Schließung, die wohl in anderen Bezirken ernsthaft erwogen wird, soll sich in unserem Bezirk niemand ausgesprochen haben. So bleibt als bisher einzige Alternative, das Haushaltsdefizit zu minimieren, ohne Angebote der Kinder- und Jugendarbeit streichen zu müssen, die Übertragung auf freie Träger. Das finanzielle Defizit im Budget des Jugendamtes kann mit einer Übertragung minimiert werden, weil die Personalkosten beim öffentlichen Träger mit dem Anteil der Verwaltungskosten bzw. der Gemeinkosten höher sind als bei einem freien Träger. Gemeinkosten werden als Umlage auf alle Personalstellen verteilt. Diese bestehende Haushaltssystematik trägt dazu bei, dass die Personalkosten des öffentlichen Trägers höher sind als bei einem freien Träger. Ein ganz wichtiger Nachteil ist aber, daß die Mitarbeitenden nicht mehr in kommunalen Einrichtungen beschäftigt sind.
Nach dem bisherigen Vorschlag des Bezirksamtes, soll die Übertragung nur unter festen Bedindungen erfolgen, deren Einhaltung vom Bezirksamt und der Bezirksverordnetenversammlung kontrolliert wird. Danach sollen alle bisherigen Mitarbeitenden übernommen werden und zwar mit der selben Bezahlung und denselben Arbeitsbedingungen wie bisher. Damit sollen die Nachteile für sie begrenzt werden.
Mir wurde versichert, daß freie Träger der Jugendhilfe in unterschiedlichen Aufgabenfeldern bereits heute Leistungen erbringen, die von Kindern, Jugendlichen und Familien geschätzt und gern in Anspruch genommen werden.
Andererseits wurde ich von erfahrenen Mitarbeitern darauf hingewiesen, daß es bei freien Trägern erhebliche Mängel gibt. Dies seien Erfahrungen aus anderen Bezirken. So sollen die Angebote für Jugendliche erheblich vermindert und Wünsche der Jugendliche ignoriert worden sein. Auch soll nicht genügend ausgebildetes Personal eingesetzt werden.
Ich nehme auch diese Argumente ernst und setzte mich dafür ein, daß sie in die Diskussion über die Problemlösung einfließen.alternativen gibt es keine mehr! die kommunale kinder,- und jugendarbeit ist schon dezimiert. mehr geht nicht. und die alternativen den man den mitarbeitern anbietet stinkt gewaltig.
befristete arbeitsverträge, 80% bezahlung ist keine seltenheit.einen hinweis noch.
lesen sie sich mal diese seite genauer durch.
Das Lidl-Prinzip in der Jugendhilfe
Beim freien Träger Independent Living sind Betriebsräte unerwünscht
http://www.gew-berlin.de/18277.htmHaustarifauseinandersetzungen Lebenshilfe gGmbH http://www.gew-berlin.de/19232.htm
»Das ist Arbeitsrecht nach Gutsherrenart« Evangelische Kirche läßt zu, daß bis zu 20 Prozent weniger Lohn gezahlt wird.
http://www.jungewelt.de/2009/09-26/048.php
–> laut aussage unserer jugendstadträtin gibt es bei uns nur freie
träger, welche 100% gehalt an ihre mitarbeiter zahlen. es ist ein wunschdenken der guten frau.wenn die mitarbeiter, welche sicherlich nicht zu einem freien träger >übersiedeln< werden, in den stellenpool des landes berlin gehen müssen, werden sie trotzdem geld kosten.
und die kinder,- und jugendarbeit (ohne kommunale träger) wird nicht mehr diese qualität aufweisen können.
die jugendstadträtin ist seit amtsantritt die verfechterin, dass kommunale kinder,- und jugendarbeit abgeschafft werden soll. nun forciert sie es. da kam die wirtschaftskrise gerade richtig, um das alles begründen zu können.
mfg.
xxx
Und die Antwort folgt zu gleich
Sehr geehrter xxx
Ihre Befürchtungen kann ich verstehen. Deshalb ist es wichtig und notwendig, Anstellung, Gehalt und Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auch für die Zukunft möglichst zuverlässig zu sichern. Ich will gerne daran mitwirken. Unerläßlich ist aber, daß Sie und andere Ihre Befürchtungen möglichst konkret in die Beratungen einbringen.
Ob es andere Möglichkeiten gibt, den Finanzkürzungen des Senats nachzukommen, als die Überführung der Jugendarbeit auf andere Träger kann ich nicht beurteilen. Aber sicher ist es richtig, solche Möglichkeiten zu prüfen.Mit freundlichem Gruß
Ströbele












Oktober 1st, 2009 at 11:53
“Ihre Befürchtungen kann ich verstehen. Deshalb ist es wichtig und notwendig, Anstellung, Gehalt und Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auch für die Zukunft möglichst ! zuverlässig zu sichern.”
Möglichst… Hm?
Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr wozu wir da noch wen wählen, als unsere interessenvertreter aufstellen, sollten. Wenn diese, etwas so wichtiges wie Kinder- und Jungendarbeit, aus der Hand geben wollen. Es sind bereits 28%- die die bei der letzten Wahl sagten: es ist witzlos das Kreuz zu machen. Dieses langsame Abwracken der Kommunalen Aufgaben ist unerträglich.